Ella und der Karpaten Hahn

 

 

Auch ein Doktor . Aber seltsam, sie läuteten an einer Wohnungstür, kein Arztschild

Ein ganz freundlicher Mann mit einer Wollweste bekleidet öffnete die Tür.

„Hallo, Dr. Helfmann, danke für die Einladung, und das hier ist Ella!“

„Hallo,Ella, ich bedanke mich bei euch fürs Kommen. Aber wo ist denn dein Hahn?“

sagt Dr. Helfmann lachend. Ella erschrickt kurz- woher weiß er das?

„ Alles gut, Ella, man hat mich vorab informiert. Und dein Hahn interessiert mich besonders“

Die freundliche Art des Doktors beruhigt Ella sofort. Aber ,denkt sie sich, wieso

interessiert sich ein richtiger Doktor für ihren Hahn?

Ella und Begleiterin betreten die Wohnung- ein Raum war sehr groß, die Wände sehr hoch. Aber keine medizinischen Geräte- und auch keine Tapeten, was ihr auffiel.

Im Raum waren ungefähr noch 4-5 Besucher anwesend, auch das Ehepaar aus der Schweiz mit ihrem ca. 4-jährigen Sohn, der eine schwere Behinderung hatte, aber Ella desto aufmerksamer betrachtete. Ella nickte ihm freundlich zu, ging aber nicht zu ihm hin.

Um was ging es hier?

Dr. Helfmann sagte zu ihr : „ Ella, bist du einverstanden, wenn ich nachher mit dir ein wenig plaudere? Vielleicht möchtest du mit Nico ein Wurfspiel machen. Er liebt es.

Wir Erwachsenen langweilen ihn. Er kann nicht gehen, aber den rechten Arm gut bewegen. Er hat Mühe zu sprechen. Aber das macht gar nichts. Macht euer Spiel- und du wirst sehen, ihr verseht euch blendend“

Genauso kam es – farbige Gummibälle mußten in farbigen Körbchen landen.

Die Erwachsenen vertieften sich in ihre Gespräche -aber nur scheinbar, sie beobachteten die beiden Kinder jedoch sehr genau.

Diese verstanden sich prächtig – mal lachten sie laut, mal diskutierten sie heftig gestikulierend über einen Wurf, der wohl nicht korrekt war.

 

„ Verstehen Sie jetzt was ich meine „ sagte Dr. Helfmann zu dem Vater von Nico.

„Ich glaube , ich verstehe Sie jetzt besser“ sagte Nico’s Vater nachdenklich.

Nun wollte Dr. Helfmann mit Ella sprechen – sehr freundlich fragte er dieses und jenes, warum sie – für ihr Alter -so gut Englisch sprechen könne – ? Weil der Arzt aus Kamerun ihr englische Lieder vorgesungen hat, als sie im Komma lag! Nun schaltete sich ein Besucher ein, älter als Dr. Helfmann „Ella, was willst du einmal werden?“

 

 

„Ich will Ärztin werden.Ich weiß wer mich aus diesem Koma geholt hat.

Sind Sie auch ein Doktor ?

Der Besucher lächelte wieder. „ Nein,nein-ich bin ein Physiker!“ Weißt du was

was wir machen??

Ella machte ein ganz strenges Gesicht und sagte vorwurfsvoll: : „ Natürlich weiß ich das. Ihr schmeißt Bälle aus dem Fenster , wie Nico und ich. Und dann schreibt ihr auf, wie lange die so fliegen.“

Nun entspann sich ein erstaunlicher Dialog, den Dr. Helfmann aufmerksam verfolgte.

„Wohnen sie auch hier bei Dr. Helfmann“ fragte Ella.

„Nein ,ich wohne in Amerika“

„In Amerika“? Warum sind sie dann hier?

Ich bin hier geboren. Dr. Helfmann ist mein Freund und wir haben viel zu besprechen. Ich bin noch einen Tag hier, vielleicht sehen wir uns morgen nochmal hier in diesem Raum.Was meinst du?

„ Unbedingt, wenn es dir nicht zu viel ist Mirella „ sagte Dr. Helfmann: „wenn möglich morgen vormittag. Ich möchte ungestört mit dir reden. „

heute“

Sie schlug das Kapitel „ Die Physik“ auf! Sie las und las. Und dann kam sie zu

Albert Einstein -geboren in Ulm, 1879.

Am nächstenMorgen waren Mirela und ihre Begleiterin schon um 10 Uhr bei

Dr. Helfmann.

Der Mann aus Amerika und der Vater von Nico, und der Besuch aus Deutschland

waren ebenfalls anwesend.

„Nun Mirela, hast du gut geschlafen. ? Hast du was schönes geträumt „? fragte

Dr. Helfmann

Mirela’ s Augen funkelten angriffslustig.

„Ich habe gar nicht geschlafen. Ich weiß jetzt alles über Albert Einstein aus Ulm.

Albert Einstein kann auf einem Lichtstrahl reiten, und der Lichtstrahl ist viel

schneller als eine Mondrakete.

Und meinen Hahn wollt ihr in eine Holzkiste sperren und dem Prof. Schrödinger

verkaufen. Das lasse ich aber niemals zu“!Er hat schon eine Katze dort eingesperrt,

er ist ganz böse“!

Dr Helfmann und alle anderen schauen sich ratlos an, der Prof. aus Amerika

unterdrückt ein Lachen.

„ Mirela, sagt er freundlich,“ du hast zu viel auf einmal gelesen in der letzten Nacht.

Schau mal, Albert Einstein kann natürlich nicht auf einem Lichtstrahl reiten.

Niemand kann das. Das ist ein Gedankenspiel, ein Gedankenexperiment, wie wir Physiker das oft machen, um sehr sehr komplizierte Vorgänge irgendwie begreiflich zu machen, verstehst du ? Und Prof. Schrödinger hat niemals eine Katze in

eine Kiste gesperrt. Aber es sind die zwei berühmtesten Gedankenexperimente der

Physik.

 

 

Und denk dir, jetzt nicht erschrecken, ich habe vorgeschlagen, natürlich nur in Gedanken, dass man meinen besten Freund in die Kiste sperrt“

Warum denn das?“ fragt Ella entsetzt. „Jetzt kommt das sog. Bewusstsein ins Spiel- und damit bin ich bei Dr. Helfmann und dem von ihm entdeckten und beschriebenen „ cerebralen Feld“- das nämlich zwischen einer Mutter und ihrem neu geborenen Kind entsteht.

Deshalb ,Mirela, bin ich hier bei bei meinem Freund, Dr. Helfmann.

Nun ,das ist jetzt alles ein bißchen viel auf einmal. Aber wir wollen dich beruhigen. Mirela, niemand will deinem Hahn etwas tun!“
Aber warum hat mich der Doktor dann danach gefragt?“ beharrt Mirela.

„ Das will ich dir gern erklären“ schaltet sich nun wieder Dr. Helfmann ein.

Ich habe von deiner Geschichte gehört-und du mußt wissen ,daß ich mich hauptsächlich mit dem menschlichen Gehirn beschäftige.

Und -jetzt komme ich zu dir und deinem Hahn. Ich konnte deine Geschichte überprüfen lassen, nach dem ich anfangs doch sehr daran zweifelte.

Aber als sich alles als wahr herausstellte, war ich ich sofort fasziniert von dir und deiner Geschichte. Du mußt wissen, dass ich vor vielen Jahren eine wissenschaftliche Arbeit mit dem Titel „ Können Tiere denken ?“ veröffentlich habe. Und deine Geschichte ist wie eine Art Illustration zu meinem Aufsatz und meiner derzeitigen

Gehirnforschung- an der auch Prof. Wigner interessiert ist. Bist du nun beruhigt!“?

Ella dachte nach und rief dann triumphierend. : „ Aber das weiß ich doch ganz genau, dass Tiere denken können. Mein Hahn hat immer ganz genau verstanden was ich gesagt habe. Und er hat mir immer den richtigen Weg gezeigt, auch im Winter“.

Dr. Helfmann und Eugene Wigner tauschen Blicke aus.

Das glaub ich dir sofort ,Mirela,wenn du etwas älter bist wirst du -hoffentlich-

meinen Aufsatz zu diesem Thema lesen. Zwischen dir und diesem Hahn hat sich eine

ganz besondere Beziehung entwickelt. Ich habe nun ein Buch geschrieben, das dieses Thema etwas beleuchtet, es heißt „ Relationspsychologie- der Sinn des menschlichen

Lebens“.

„Das Buch ist in meinen Augen eine Sensation“ schaltete sich nun Prof. Wigner ein.

Hoffentlich wird es bald gedruckt

Die Blicke richteten sich nun auf den deutschen Gast aus Ulm, der Geburtsstadt von

Albert Einstein .

„Ich habe ja nun das Buch „ DINA“ in Deutsch und Englisch veöffentlicht.

Aber die „Relationspsychologie“ ist schon ein harter Brocken.

Ich habe das Manuskript zweimal gelesen – und wenn ich an das Kapitel

über das „Deponieren“ der Zeit denke, schwirrt mir der Kopf! „

vom Orphana„“Das legt sich „ sagt Prof.Wigner „ Sie müssen es dreimal lesen.

Und denken Sie an das Kapitel, in dem sich die Zeit plötzlich rückwärts bewegt“

„Ja, gut, danke ,daß Sie mich erinnern. Ich fühle mich schon 10 Jahre jünger“

sagte der Gast aus Ulm, den alle nur Jim oder Jimmy nannten.

Ella wurde ganz stumm. Sie vemißte plötzlich Nico, den Jungen beim letzten Besuch und ihre beste Freundin vom orphanage- aber andrerseits arbeiteten die gehörten Worte auch in ihrem Kopf weiter selbstängig vor sich hin.

Dr. Helfmann hatte noch ein paar Fragen an Ella- dann gab es heiße Schokolade,

und Ella schlief auf der Stelle ein – sie schlief eine volle Stunde.

Als sie erwachte brauchte sie noch 10 Minuten um wieder ganz klar zu werden . Sie hatte geträumt, dass sie nun selbst auf einem Lichtstrahl geritten ist und ihr entgegen kam ihr Hahn der mit einer Katze ebenfalls auf einem Lichtstrahl dahergeritten kam.

Sie erzählte den Traum den Anwesenden. „ Na siehst Du, sagte Dr. Helfmann, jetzt verstehst du schon besser ,was ein physikalisches Gedankenexperiment ist.

Morgen sehen wir uns nochmal. Dann will dir Prof Wigner etwas mit auf die Heimreise geben und ich will dir einen Vorschlag unterbreiten !“

Auf dem Tisch lagen einige Photos , die das im Krieg zerstörte Ulm zeigten.

Prof. Wigner schaute sich die Photos konzentriert an. Dann fiel sein Blick auf ein kleines Farbphoto. Vor einem Granitdenkmal standen ein älterer und ein sehr junger Mann.Sie hielten ein Transparent in den Händen auf denen gut lesbar stand

„ Wäre Einstein heut nicht tot,

hätte er Berufsverbot“
Was ist das denn ? Fragte Wigner überrascht.

Dieser Jimmy lachte. „Ja ja , so holprig hat man damals gereimt. Das bin ich mit dem Antifaschisten Ernst Rohleder. Dem Tag der Einweihung des Denkmals für Albert Einstein von Max Bill. Es war brüllend heiß. Die gesamte Regierungsspitze aus Stuttgart war da. Es war die Zeit der Berufsverbote in der damaligen BRD.

Wir standen da fast zwei Stunden, Ernst Rohleder, schon über siebzig, wurde schon mal abgelöst.“

Das Bild interessierte Eugene Wigner sehr. Er sprach von Mc Carthy und Einstein -und sagte, „ das war es Albert Einstein ausmachte“! Kann ich dieses kleine Bild

mit mir nach Hause nehmen?. Jetzt verstehe ich besser warum mein Freund

Dr. Feldmann ihnen seine Manuskripte anvertraut.“ und ich wollte sowieso einmal

die Geburtsstadt von Einstein besuchen, auf dem Rückweg von Budapest“

Mit diesem kleinen Bild von der Einweihung des Einstein- Denkmals, wird das noch mal interessanter und lebendiger für mich“

Und nun Ella, deine Neugier für sehr komplexe Probleme gefällt uns sehr.

Du bestätigst dadurch das, was Dr. Feldmann seit Jahren erforscht und auch publiziert, leider wird er oft von der Publikationsindustrie völlig ignoriert.

Dr. Feldmann wünscht sich, dass du weiterhin deine Wissbegierde behältst.

Er hat auch eine Familie für dich in Ulm in Aussicht, die deine Fähigkeiten

und Träume voll unterstützen würde.

Du könntest sogar morgen mit uns nach Ulm fahren, deine Lehrerin ist natürlich dabei,und ich könnte dir mehr über Albert Einstein, seine Gedanken über seine Geburtsstadt in den letzten Jahren und vor allem über das Licht erzählen, das dich so fasziniert hat“ Was meinst du?“

Natürlich will ich nach Ulm, wo der Einstein gelebt hat“ rief Ella.

So kam es.